Obwalden · Schweiz

Lungern

Willkommen am Südende Obwaldens.

Wo du bist. Lungern liegt zuhinterst im Sarneraatal im Kanton Obwalden, auf gut 750 Metern über Meer. Hier endet die Innerschweiz beinahe: Gleich hinter dem Dorf steigt die Strasse zum Brünig hinauf, und dahinter beginnt das Berner Oberland. Ein Bergdorf mit Seeanstoss, ruhig und doch an einer alten Durchgangsroute.

Der Lungerersee. Sein Wasser leuchtet je nach Licht türkis bis smaragdgrün und spiegelt die steilen Hänge ringsum. Seit 1921 ist er für ein Wasserkraftwerk gestaut, deshalb steht der Spiegel nicht still: Im Winter, wenn Strom gefragt ist, sinkt er, im Frühsommer füllt ihn die Schneeschmelze wieder auf.

Die Seeabsenkung von 1836. Die Lungerer wollten einst mehr Boden für Wiesen und Äcker. Darum trieben sie über Jahrzehnte, mit langen Unterbrüchen, einen rund 400 Meter langen Stollen von Hand durch den Fels. 1836 war es so weit: Der See floss ab, sein Spiegel sank um viele Meter, und rund 170 Hektaren Land kamen zum Vorschein. Gut 85 Jahre später wurde ein Teil davon für das Kraftwerk wieder geflutet.

Der Brünigpass. Auf rund 1000 Metern verbindet der Brünig Obwalden mit dem Haslital und Meiringen. Über den Pass fahren Autos, Velos und die Schmalspurbahn zwischen Luzern und Interlaken, die auf dem steilsten Stück mit Zahnstange klettert. Wer im Zug sitzt, sieht den See tief unten liegen.

Turren und Schönbüel. Eine Luftseilbahn bringt dich vom Dorf auf den Turren, von dort geht es zu Fuss weiter auf den Schönbüel, rund 1800 Meter hoch. Oben öffnet sich der Blick über den See ins Mittelland und auf die Gipfel des Berner Oberlands. Der Grat ist Ausgangspunkt für Höhenwege Richtung Brienzer Rothorn.

Was man hier tut. Im Sommer wandern: rund um den See, über Alpweiden oder auf aussichtsreichen Graten. Am Ufer stehen Fischerinnen und Fischer mit Patent und warten auf Forellen. Im Winter wird es still: Schneeschuhtouren, Winterwanderungen und Schlitteln, und an klaren Tagen glitzert der halb leere See zwischen verschneiten Hängen.